Das Kind ist der Mittelpunkt

SIMBA - Ihr Montessori Kindergarten in 1210 Wien

Maria Montessori, die Begründerin der Montessori-Pädagogik, gliederte die Entwicklung eines Kindes in drei Phasen: das Erstes Kindheitsstadium von 0 bis 6 Jahren, das zweites Kindheitsstadium von 6 bis 12 Jahren und das Jugendstadium von 12 bis 18 Jahren.

Das Kind und seine Entwicklungsstadien

Während des ersten Kindheitsstadiums im Altern bis sechs Jahren findet das wichtigste Stadium des Lebens statt, denn in dieser Zeit entwickeln sich die Persönlichkeit und individuelle Fähigkeiten sowie der Geist und Psyche. Viele Eindrücke von außen sind vom Kind zu verarbeiten, die es noch nicht filtern kann und somit in sich aufnimmt. Dies machen wir uns in der Montessori-Pädagogik zunutze – für die erste Phase wurden besonders viele und anspruchsvolle Materialien entwickelt. Die zweite Phase findet im Alter von sechs bis zwölf Jahren statt und wir als „labile Phase“ bezeichnet. Denn in dieser „sensiblen“ Periode ist das Kind weiterhin besonders empfänglich auf äußere Reize und dazu fähig, sich intensiv mit einer Beschäftigung auseinanderzusetzen und diese konzentriert anzugehen. Voraussetzung hierfür ist, dass sich das Kind für eine Tätigkeit begeistern kann. Währenddessen wird es auch nicht von anderen Einflüssen der Umwelt abgelenkt und kann einen Erkenntnisprozess durchlaufen, der schließlich zu einer positiven Beeinflussung der Persönlichkeit des Kindes führt, so Montessori. Besonders in der sensiblen Entwicklungsphase können die Lernmaterialien eben jene beschriebenen Konzentrationsmomente auslösen, die ein effektives Lernen unterstützen bzw. ermöglichen. Im Alter von 12 bis 18 Jahren durchlaufen Kinder und Jugendliche das letzte Stadium, das Jugendstadium. In dieser Zeit findet der Übergang ins Erwachsenenalter statt.

Die Normalisation

Unter Normalisierung verstehen wir die personale Reorganisation. Wir gehen von einem positivistischen Menschenbild aus: Kinder sind gut und verhalten sich normal. Viele Kinder zeigen aber auch Fehlverhalten und Verhaltensabweichungen verschiedenster Art. Die Einheit von Körper, Seele und Geist ist gestört. Die Ursachen für nicht „normale“, sondern auffällige Verhaltensweisen sind differenziert und vielfältig. Die „Heilung“ erfolgt nach Maria Montessori über die kindliche Arbeit, die geprägt ist durch Motivation, Aktivität und Konzentration (*Polarisation der Aufmerksamkeit). Wichtig hierbei ist die Vollendung der Arbeit, weil das Kind dadurch Befriedigung und Erfolgserlebnisse erfahren kann und so allmählich sein inneres Ungleichgewicht entlasten kann. Durch die tägliche Wiederholung einer großen Arbeit und der damit verbundenen Gewöhnung und Übung kann die kindliche Persönlichkeit gestärkt sowie Eigenverantwortung und Unabhängigkeit gefördert werden. Voraussetzungen hierfür sind wieder die vorbereitete Umgebung, beobachtende und sensible Erzieherinnen, ein intakter Gruppenverbund sowie die aktive Mitarbeit der Eltern.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Die Entdeckung des Phänomens der „Polarisation der Aufmerksamkeit” schilderte Montessori als den Schlüssel ihrer Pädagogik. War man früher der Ansicht, dass die kindliche Konzentrationsfähigkeit leicht irritierbar und unstet sei, so erkannte sie, dass kleine Kinder zu einer intensiven Hingabe an einer bestimmten Sache fähig waren. Sie nahm dieses Phänomen erstmals 1907 bei einem dreijährigen Mädchen in ihrem ersten Kinderhaus wahr, welches eine Übung mit Einsatzzylindern endlos oft wiederholte und sich durch nichts in ihrer Umgebung davon ablenken ließ.